Christiane and Birgitt: African Violet order from Kazakhstan

Christiane and Birgitt: African Violet order from Kazakhstan

Postby Birgitt » February 20th, 2015, 9:14 pm

Unfortunately only in German.
Please translate.


Nachfolgend haben wir(Christiane and Birgitt) gemeinsam einen detaillierten Erfahrungsbericht über die Bestellung im Ausland mit all ihren Vorzügen aber auch Schwierigkeiten erstellt, der auch anderen Pflanzenfreunden helfen kann bei einer Bestellung ihrer nicht in Deutschland oder der EU erhältlichen Wunschpflanzen bzw. -Sorten oder -Stecklingen.
Mitte April 2014 fand ich durch Zufall den Onlineshop http://www.violet-life.com von der Irina aus Kasachstan und war sofort davon begeistert. Die Auswahl an Usambaraveilchen- und Streptocarpussorten war enorm und die Pflanzen sahen auf den Fotos auch alle sehr gesund und kräftig aus. Was noch für eine Bestellung sprach, dass die Irina gleich auf ihrer ersten Seite viel über die richtige Pflege der Pflanzen schreibt und was auf alle Fälle vermieden werden bzw. beachtet werden sollte um die Pflanzen gesund und auch parasitenfrei zu erhalten.
Da Christiane davon genauso begeistert war wie ich, stand für uns fest, dass wir dort gerne etwas bestellen wollten, wenn es möglich wäre. Also fragte ich die Irina, ob sie auch nach Deutschland verschicken würde. Die Antwort kam sehr schnell, was uns auch schon einmal begeisterte (Kontakt erfolge in englischer Sprache). Ja, sie liefert auch nach Deutschland und sie schrieb auch gleich dazu, dass der Versand und das erforderliche Pflanzengesundheitszeugnis ungefähr 35 USD kosten würden.
Oh wie schön, schon zwei Tage später haben wir unsere Bestellung per E-Mail bei ihr aufgeben. Mit der Bitte, dass sie erst am 12.Mai unsere Bestellung versenden solle, da Christiane erst am 13. Mai aus dem Urlaub zurück kommen würde.
Bezahlen mussten wir in USD mit Western Union (zusätzliche Kosten EUR 15,-). Alle Sorten waren erhältlich und sie schrieb in einer E-Mail, was alles zusammen inkl. Versand und Phytosanitäres Zeugnis kosten würde. Nach der Zahlung mit Western Union sendeten wir Ihr die notwendigen Daten, damit sie die Zahlung entgegennehmen konnte. Die Zahlung per Western Union ist in vielen gerade östlichen Ländern meist eine gängige Methode. Nach Erhalt des Geldes bekamen wir noch eine Bestätigung und die Zusage, dass alles am 12.05. versendet werden würde.
Und Pünktlich am 12.05.14 meldete sich die Irina bei mir, dass sie unser Paket verschickt hätte und gab mir noch die Sendungsnummer, damit wir unser Paket verfolgen konnten. (Die Sendungsverfolgung geht aber dort leider nur bis zum Zoll, also über ca. 3 Tage.) Zunächst hörten wir also nichts Neues und warteten erst einmal ab ob das ersehnte Päckchen nicht doch nach 8 - 10 Tagen bei mir eintreffen würde.
Doch neun Tage später bekam ich von der Deutschen Post, Abt. Perishable Goods, Frankfurt M/Flughafen Bescheid, dass der Zoll zur Zollbearbeitung noch ein Gesundheitszeugnis im Original in deutsch oder englisch benötigen würde (das, welches die Irina beigelegt hatte, wurde nicht anerkannt, weil es in russisch bzw. kyrillisch ausgefüllt worden war). Des Weiteren fehlte eine genaue Artenangabe der verschiedenen Pflanzenteile sowie eine Rechnung oder ein Zahlungsnachweis und der Verwendungszweck der Pflanzenteile würde auch noch benötigt. Des Weiteren wurde zur Erbringung all dieser Daten eine Frist auf den 06.06. gesetzt - danach würde alles einfach an den Absender zurück geschickt. Wir setzten uns also mit dem Sachbearbeiter telefonisch in Verbindung und versuchten zu erklären, dass es sich um Hobbybedarf handele und dass wir eben in Deutschland und der EU diese seltenen Sorten nicht beziehen können und erfragten, was genau wir zur Beschleunigung der Angelegenheit tun könnten. Außerdem hatten wir ja große Angst, dass bis zum 06.06. - also in guten 3 Wochen - alle Stecklinge und die wenigen Pflanzen kaputt sein würden und es gar nicht so lange schaffen würden.

Der Sachbearbeiter war wider Erwarten sehr nett und versuchte uns auch zu helfen - er konnte aber die bearbeitenen Zollbeamten leider nicht umstimmen uns die Pflanzenteile auch so mit dem bereits beigelegten Gesundheitszeugnis zuzusenden. Sie bestanden auf ein neu und für europäische Verhältnisse angepasstes Phytosanitäres Zeugnis. Ich mailte also der Irina, die aber auch in englisch nicht immer alles wirklich gut zu verstehen schien und ich versuchte ihr klar zu machen, dass wir ein - mindestens in englisch ausgefülltes Gesundheitszeugnis für die Pflanzen brauchten. Nach einigem Hin und Her schien sie es dann zu verstehen und gab aber an, dass erst am kommenden Montag wieder ein Beamter des Pflanzengesundheitsdienstes zu ihr kommen würde und sie würde dann ein neues Gesundheitszeugnis ausstellen lassen.

Unterdessen machten wir uns daran, einen Bericht in den wir auch Fotos einfügten, der alles näher für Laien erläutern könnte - also wofür wir die Pflanzenteile sprich Stecklinge sowie die wenigen Pflanzen benötigen würden - und das alles eben nur zur Ergänzung unserer Hobbysammlungen dienen würde. Da wir keine richtige Rechnung hatten, sendeten wir eine Aufstellung über unsere bestellten Sorten mit Preisen sowie den weiteren Kosten - also eine Art rekonstruierte Rechnung sowie die Belege von Western Union per E-Mail zu dem Sachbearbeiter. Die zusammengestellten Unterlagen würdem ihm bzw. dem Zoll ausreichen - was für ein Glück.

Nun musste wir nur noch auf das neue phytosanitäre Zeugnis warten. Ich hatte die Irina gebeten, dass sie es möglichst per E-Mail vorab an den Zoll senden solle - der aber im Anschluss dennoch das Original benötigt. Doch der Sachbearbeiter wollte versuchen, vorab dann mit dem per Mail eingereichten Formular eine Freigabe zu erreichen, denn er schien unsere Sorge um die Pflanzenteile wirklich zu verstehen.

Doch leider schrieb dann die Irina ein oder zwei Tage nach besagtem Montag per E-Mail, dass sie ein neues Paket zusammen mit dem phytosanitären Gesundheitszeugnis los geschickt hatte. Einige Sorten, die nicht mehr lieferbar waren, hatte sie gegen andere ausgetauscht. Nach dieser E-Mail waren wir zunächst mal enttäuscht, denn wir hatten schon auf der Seite im Shop geschaut und es waren einige der zuvor bestellten Sorten nicht mehr lieferbar. Dann kam ein Zeitpunkt, in dem uns so ziemlich alles egal wurde und wir dachten, dass sowieso alles kaputt sei, wenn es uns endlich erreichen würde.

Wieder verging ca. eineinhalb Woche und ich fragte telefonisch bei dem Sachbearbeiter nach, ob er schon etwas wisse wegen unserer neuen Lieferung. Er gab an, dass sie immer noch beim Zoll stehen würde zur Untersuchung, aber er werde noch einmal nachhören. Ein oder zwei Tage später schrieb er dann an die Christiane, dass er keine Rechnung für diese neue Lieferung habe und dass das Gutachten für 35 Stecklinge sei. Christiane antwortete, dass er dieselbe Rechnung verwenden solle, die wir bereits geschickt hatten, da wir ja nur diese hatten - und dass es möglich sei, dass ein paar andere Sorten im Austausch der Sendung beiliegen würden - doch dass wir ansonsten auch leider nichts Näheres wissen und uns überraschen lassen müssen.
Außerdem wussten wir, dass am 06.06. die erste Sendung nun wohl zurück gesandt werden würde - aber da müssten die Blätter ja sowieso schon alle kaputt sein, dachten wir uns und waren darüber sehr sehr traurig, weil ja verschiedene Sorten nicht mehr verfügbar gewesen waren für die zweite Sendung.

Ein paar Tage später bekam ich Nachricht von dem Sachbearbeiter, dass er unsere Sendung endlich habe und sie per Express an mich senden würde.

Einen Tag später bekam ich eine Nachricht, dass ein Päckchen angekommen sei - leider war ich nicht zu Hause um es entgegen zu nehmen. Der Haken - hier waren noch einmal fast 42,- EUR zu zahlen.

Ich rief die Christiane an und teilte ihr das mit. Wir waren beide wieder noch mehr geknickt. Weitere Kosten und wahrscheinlich alles Matsche, was wir bestellt hatten? Oh je, also was tun. Wir beschlossen nun also - uns wieder mal die Kosten zu teilen - nun wollten wir auch sehen, was da angekommen war - auch wenn wir eigentlich keine oder nur wenig Hoffnung hatten, mit dem Inhalt noch etwas anfangen zu können.

Also holte ich das Päckchen am nächsten Tag ab - und mich traf der Schlag, was da so alles drin war und in welch gutem Zustand viele der Stecklinge und Pflanzen noch waren - und es waren so wahnsinnig viele Blätter! Die Irina hat nicht, wie allgemein üblich, nur ein einziges Blatt einer Sorte geschickt, sondern immer zwei bis drei Blätter - dann noch ein paar Geschenke. Ich erfuhr dann auch noch, dass der nette Beamte nicht nur die neue Sendung, sondern auch die noch brauchbaren Stecklinge und Pflanzen der ersten Sendung mit zu uns geschickt hatte und alles was faul war, entsorgt hatte. Wir könnten ihn küssen - so nett und verständnisvoll war dieser Beamte!
Die armen Pflänzchen aus dem ersten Paket waren fast fünf Wochen unterwegs, aber erstaunlicher Weise waren davon noch viele am Leben. Die aus dem zweiten Paket sahen aus wie gerade erst abgeschnitten, obwohl auch sie 2½ Wochen unterwegs waren.
Nun ging es ans Sortieren - denn ich musste zunächst mal alles auf dem Fußboden ausbreiten und abstreichen, was überhaupt alles von unserer Liste da war - und es war sogar das Meiste von unserer Liste wirklich noch dabei. Ich habe sortiert und manches dann auch noch weggeworfen, was zu matschig war.
Die Sendung an Christiane habe ich dann am selben Tage noch weiter geschickt - und habe zusammen mit der freundlichen Dame von der Post noch beide Daumen gedrückt, dass die Sendung bereits am nächsten Tag bei ihr eintreffen würde (ein Samstag), weil ein paar der Blätter schon glasige Flecken hatten - ein paar sehr matschige Stecklinge habe ich schon abgeschnitten und ein wenig versorgt, damit sie die nächste kurze Reise noch möglichst gut überstehen sollten.
Ich habe meine Stecklinge noch einmal frisch eingekürzt und gleich ins Wasser gestellt, damit sie sich erholen konnten und nun auch ihre Wurzeln bilden können.
Christianes Paket kam zum Glück auch am nächsten Tag an uns so konnte sie ihre Stecklinge und Pflanzen auch versorgen. Eine Pflanze sah schon sehr schlecht aus - alle anderen waren aber in gutem bis befriedigendem Zustand.
Sie hat ihre Pflanzen gleich getopft und auch einige von den Stecklingen, die noch schön hart und kräftig waren - die weicheren hat auch sie - jedoch ohne sie einzukürzen - ins Wasser gestellt.
Nun ist es schon fast eine Woche her und die meisten Blätter haben es geschafft und sind wieder schön hart. Ein paar sind leider noch eingegangen - sowohl bei mir als auch bei der Christiane, ein paar wurden erneut eingekürzt und gedeihen nun nachdem alles Faule weggeschnitten ist. Eine der Pflanzen ist nach wenigen Tagen dann ganz eingegangen - eine ist nun noch am Kämpfen und es ist noch nicht klar, ob sie es überstehen wird, doch die anderen vier Pflanzen sind gesund und kräftig.
Und wir sind beide vollauf begeistert von der guten Qualität der bestellten Blätter und wir sind nun so froh, dass wir all die Mühen auf uns genommen und nun doch viele wunderschöne und neue seltene Sorten für unsere Sammlungen ergattern konnten, auch wenn es nicht immer einfach und nervenschonend war. Doch wir werden es wieder tun...
Ein Lob müssen wir außerdem auch noch an die Irina aussprechen, die viel mehr Blätter einer bestellten Sorte liefert - und dazu noch in so einer tollen Qualität, dass viele von ihnen sogar eine fast 5-wöchige, der Rest eine gut 3-wöchige Reise bei bester Gesundheit gemeistert hat.
Wenn ich da bedenke, dass wir so oft schon Stecklinge gekauft haben, die eine recht kurze Reise von bis zu einer Woche schon mit Verlusten bestanden haben - und es wird hier immer nur ein einziges Blatt geliefert - und einge davon gingen dann innerhalb der nächsten Woche nach Erhalt auch ein, ist das ein nicht erwarteter Erfolg und eine absolute Empfehlung für die Irina.
Außerdem hat der Zoll die Pflanzen und Blätter untersucht - und wäre da irgendeine Milbe oder ein Schädling oder Pilz gesichtet worden - trotz dem Gesundheitszeugnis - so wäre die gesamte Lieferung umgehend an den Absender zurückgesandt worden.

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